"Tiefdruck": Tampondruck, Rotationsdruck und Bogentiefdruck

Veröffentlicht am: 15.03.2019

druckverfahren tiefdruck
Neben dem Hochdruck gehört auch der Tiefdruck zu den ältesten Druckverfahren. Im Unterschied zum Hochdruck werden die zu druckenden Bildstellen nicht gehoben, sondern in der Druckform vertieft.


Wie verläuft der Druckprozess beim Tiefdruck?

Die Druckformen stellen rotierende Stahlzylinder dar, die mit Grundkupferschicht verkleidet sind. Darauf wird gravierbares Kupfer oder eine so genannte Ballardhaut aufgebracht. Das Druckbild wird mittels Ätzung, Gravur oder Laser in der Druckform geschnitten. Die entstandenen Vertiefungen (Näpfchen genannt) werden mit einer Farbe gefüllt, die überschüssige Farbe wird vom Zylinder mit einer Rakel entfernt. So braucht jede Farbe ein separates Druckwerk. Die Druckfarbe befindet sich nur in den Näpfchen und wird durch hohen Anpressdruck auf das Druckmaterial übertragen. Je tiefer die Näpfchen sind, desto mehr Farbe wird aufgetragen und desto intensiver wird diese Farbe.


Rotationsdruck und Bogentiefdruck

Man unterscheidet da zwischen Rotationstiefdruck und Bogentiefdruck. Der Rotationstiefdruck ermöglicht eine hohe Druckgeschwindigkeit, der Bogentiefdruck findet seinen Einsatz dank seiner Farbechtheit beim qualitativ hochwertigen Druck. Der Tiefdruck wird vor allem bei Druckerzeugnissen mit hoher Auflage (z.B. Zeitschriften, Kataloge, Dekorfolien für Möbelbau, Tapeten), im Etiketten- und Verpackungsdruck, aber auch im künstlerischen Bereich verwendet. Banknoten, Wertpapiere und Briefmarken werden auch in diesem Verfahren produziert.


Tampondruck

Der Tiefdruck gehört grundsätzlich zu den direkten Druckverfahren. Es gibt aber auch einen indirekten Tiefdruck – Tampondruck, bei dem sich die Druckform in einem elastischen Tampon aus Silikonkautschuk befindet. Mit diesem Tampon wird die Druckvorlage stempelartig übertragen. Dieses Verfahren wird für den feinen Druck auf unebene und kleinformatige Bedruckstoffe eingesetzt, z.B. bei der Produktion von Werbegeschenken (Schreibwaren, Feuerzeugen), bei der Bedruckung von Zifferblättern von Uhren, Spielzeugen, Geschirr, Modellbau usw.


Vor- und Nachteile des Tiefdrucks

Obwohl das Tiefdruckverfahren schon sehr alt ist, bewahrt es seine Nutzbarkeit auch bis heute. Hohe Produktionsgeschwindigkeiten und Auflagenstabilität der Druckformen gehören zu den größten Vorteilen des Tiefdrucks. Auch hohe Druckqualität, ein gleichmäßiges Einfärben und satte Farbtiefen beeindrucken sogar im Vergleich mit dem hochmodernen Digitaldruck.

Zu den Nachteilen dieses Verfahrens kann man hohe Kosten der Druckformen und großen Zeitaufwand bei der Herstellung der Druckformen zählen. Darüber hinaus entsteht beim Druck ein Sägezahneffekt wegen der Näpfchenform, sodass z.B. die Kantenschärfe in Schriften gering ausfällt. Das ist das Eigenschaftsmerkmal des Tiefdruckverfahrens.







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