"Durchdruck": Siebdruck und Risographie

Veröffentlicht am: 15.04.2019

Durchdruck ist neben Hochdruck, Flachdruck und Tiefdruck eines der wichtigsten Druckverfahren. Bei diesem Druckverfahren bestehen die Bildstellen der Druckform aus den Öffnungen auf einem Schablonenträger bzw. einem Sieb. Die nicht zu druckenden Stellen sind farbundurchlässig. Die bekanntesten Beispiele für diese Druckart sind Siebdruck und Risographie.

druckverfahren durchdruck

Siebdruck

Siebdruck ist ein direktes Durchdruck-Verfahren, bei dem die Farbe mit einer Rakel durch ein Sieb auf den Bedruckstoff aufgebracht wird. Je feiner das Sieb ist, desto genauer wird das Druckmotiv gedruckt.

Zuerst wird das Sieb mit einem Fotopolymer beschichtet und zusammen mit einem zu druckenden Bild belichtet. Das Fotopolymer erhärtet an den Stellen, die nicht zu drucken sind. Mit dem Wasser wird dann das Druckbild ausgewaschen.

Durch diese entstandene Schablone wird nun die Farbe auf das Druckmaterial mit der Gummirakel bzw. Streichrakel gedrückt. Für jede Farbe wird eine separate Schablone vorbereitet.


Vor- und Nachteile des Siebdrucks

Siebdruck hat die offensichtlichen Vorteile. In dieser Druckart kann man beliebige Materialien in beliebiger Form bedrucken, ob aus Papierer, Kunststoff, Textil, Keramik, Metall, Holz oder Glas. Häufig wird der Siebdruck für den Textildruck (T-Shirts, Jacken, Pullover, Fahnen und Flaggen), für Bedrucken der Werbematerialien (Kugelschreiber, Schlüsselanhänger, Feuerzeug usw.) oder auch für den Schilderdruck verwendet. Dabei sind die aufgetragenen Farben brillant und langlebig. Der Siebdruck eignet sich für große und kleine Formate. Auch ist es dabei möglich, helle Farben auf das dunkle Druckmaterial zu drucken, und die Farben verlieren ihre Leuchtkraft nicht.

Als Nachteil ist es als erstes zu erwähnen, dass die Farben eines Motivs nicht gleichzeitig aufgetragen werden können, nur der Reihe nach. Dazu können die Farbverläufe nicht übertragen werden. Der Siebdruck ist ziemlich zeit- und kostenaufwendig, weil für jedes mehrfarbige Motiv einige Schablonen vorbereitet werden müssen. Darum eignet sich der Siebdruck weder für sehr kleine noch für sehr große Auflagen. Bei sehr großen Auflagen wird Offset-Druckverfahren bevorzugt, welches es erlaubt, in kurzer Zeit kostengünstig Druckerzeugnisse in Millionenauflage herauszugeben.


Weitere Formen des Durchdrucks

Bei der Risographie wird die zu druckende Schablone mit einem speziellen Drucker fotografiert und daraus wird zunächst eine Masterfolie erstellt. In diese Masterfolie werden Löcher eingelasert, und zwar an den Stellen, durch die später die Farbe auf das zu bedruckende Material gelangen soll. Nun wird die Folie auf Trommel gespannt und die Trommel wird in Rotation versetzt. Risographie gilt als ökologisches und umweltfreundilches Druckverfahren.

Beim Schablonendruck gibt es kein tragendes Sieb, da wird die Schablone i.d.R. aus Stahl gefertigt und direkt in den Rahmen gespannt.







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